Neues vom Alpenverein
Auch in den vergangenen Wochen hat sich wieder viel getan beim Gießener Alpenverein. Darüber informiert dieser Newsletter, zusammen mit der Ankündigung eines interessanten Bergsteiger-Vortrags. Die Themen im einzelnen: Am 16. November: Sechstausender-Erstbesteigung in Ladakh Gießener Hütte verzeichnete in Saison 2023 hohe Übernachtungszahlen Erste Etappen der Langzeit-Wandertour "Deutschland der Länge nach" Viele Mitglieder und Gäste beim Sommerfest der Sektion 2080 Euro für Inklusiven Klettertreff durch Corona-Fotoaktion von Meike Dietz 5000 Höhenmeter absolviert auf Felsenland-Sagenweg in der Südpfalz
|
Live-Vortrag am 16. November:
Sechstausender-Erstbesteigung in Ladakh
Im Juli 2018 gelang einer kleinen deutsch-britischen Expedition die Erstbesteigung eines 6235 m hohen Gipfels im Norden von Ladakh mit dem Namen Phokto Scheyok (Schwarze Pyramide). Das nordindische Ladakh im Himalaya bietet viele abgelegene Täler, unbestiegene Berge und äußerst hilfsbereite Einwohner. Über die vierwöchige Reise, die er mit seinem Kletterpartner und einer lokalen Expeditionsagentur organisiert hatte, berichtet Prof. Keith Goffin (66) aus Kirchheim Teck am Donnerstag, dem 16. November in Gießen. Der Live-Vortragsabend mit Fotos und Videokonsequenzen beginnt um 18.30 Uhr im Seminarraum des DAV Kletter- und Boulderzentrums Gießen (Rödgener Straße 70). Der Gast des hiesigen Alpenvereins (auf dem Foto rechts) ist Universitätsprofessor für Innovationsmanagement. Der Eintritt ist frei, doch bittet Goffin um Spenden für den Mitveranstalter Dharmarkirti, die Heuchelheimer Gemeinschaft für tibetisch-buddhistische Kultur mit starker Verbindung nach Ladakh.
|
Gießener Hütte ist jetzt winterfest
nach sehr guter Saison
Bei der Herbstarbeitswoche, die traditionell zum Ende der Saison stattfindet, wurde die Gießener Hütte winterfest gemacht. Die Solarmodule wurden mit Brettern vor der Schneelast geschützt. Im Erdgeschoss und auf der Wetterseite wurden alle Fenster mit massiven Läden gesichert. Aus allen Leitungen musste das Wasser entfernt werden, kälteempfindliche Elektrogeräte wurden in den frostsicheren Keller gebracht und vieles mehr geregelt. Fünf Helfer waren an vier Tagen unermüdlich tätig, bis alle Arbeiten erledigt waren und die Hütte geschlossen werden konnte. Der 1. Vorsitzende, Klaus Ehgart, ließ es sich zuvor nicht nehmen, der Hütte einen Besuch abzustatten und gemeinsam mit dem Hüttenteam und den Pächtern ein ausführliches Gespräch zum Saisonverlauf zu führen. Alle waren sich einig, dass es eine sehr gute Saison war mit zufriedenen Gästen und gegenüber den Vorjahren deutlich gestiegenen Übernachtungszahlen. Getrübt wurde die Freude nur durch ein schweres Unwetter Ende August, was durch Vermurung zu erheblichen Schäden an der Turbine des Wasserkraftwerks geführt hatte. Die Reparaturarbeiten daran werden im kommenden Frühjahr ausgeführt und leider zu erheblichen Kosten führen.
|
Start der Deutschlandtour:
Durchs Watt von Amrum nach Föhr
Drei Nordseeinseln, Meer, Sand, Watt, Deiche und Dünen – sieben Tage Sonne pur – eine sehr harmonische Wandergruppe – was will man mehr? Acht Mitglieder der DAV-Sektionen Gießen-Oberhessen und Marburg waren Anfang September auf der ersten Etappe ihres Weitwanderwegs „Deutschland der Länge nach“ unterwegs, und zwar vom Ellenbogen auf der Insel Sylt (dem nördlichsten Punkt Deutschlands) über die Inseln Amrum und Föhr nach Dagebüll auf dem Festland. Es galt, an den fünf Wandertagen knapp 120 Kilometer zu bewältigen, davon etwa sieben durchs Watt von Amrum nach Föhr. Mehrmals musste die Unterkunft gewechselt und das gesamte Gepäck getragen werden. Gelegentlich war man aber auch an einem Standort untergebracht. Der gut funktionierende ÖPNV machte es möglich, zum Ausgangspunkt der jeweiligen Wanderung und abends zurück zum Hotel zu kommen. Zweimal hat man Fähren nutzen müssen, weil Wattwanderungen von Insel zu Insel (Hörnum/Witdün bzw. Wyk/Dagebüll) nicht möglich sind. Meist wurde am Strand sowie auf Watt-, Dünen- und Deichwegen gewandert, gelegentlich aber auch mangels Alternativen auf Radwegen. Die Deutschlandtour wurde im Oktober fortgesetzt: Wanderleiter Uli Schlör war mit fünf Damen unterwegs von Dagebüll nach Hamburg.
|
Sommerfest 2023: Mitmachangebote
waren sehr gefragt
Im Laufe des Tages schätzungsweise 200 Gäste hatte die Sektion bei ihrem alljährlichen offenen Sommerfest in und vor dem DAV Kletter-und Boulderzentrum Gießen. Besonders gefragt waren die Mitmachangebote. Der Renner war dabei das kostenlose Schnupperklettern. Die Kletterbetreuer des Vereins hatten stundenlang lang alle Hände voll zu tun, um junge und alte Besucher an der 16 Meter hohen Kletterwand zu sichern oder sie in die Seile der Selbstsicherungsgeräte einzubinden. Auch das Biertischbouldern erfreute sich wieder großer Beliebtheit. Viele Kinder und Jugendliche, aber auch Erwachsene, stellten sich der Herausforderung, ohne Bodenberührung einmal um den Tisch zu klettern. Eine sportliche Teilnehmerin schaffte sogar 36 Umrundungen ohne Pause. Die Slackline und der Boulderblock neben der Terrasse wurden ebenfalls gerne genutzt. Der obligatorische Flohmarkt für Kletterzubehör wurde wieder gut angenommen. Die Einnahmen sollen dem Inklusiven Klettertreff des Vereines zugute kommen.Auf Einladung der Gastgeber zu Besuch in der Halle war auch eine inklusive Wohngemeinschaft aus der Nachbarschaft, die im Bistro den Nachmittag mit Gesellschaftsspielen verbrachte.
|
Corona-Fotoaktion von Meike Dietz
erbrachte 2080 Eurofür Inklusiven Klettertreff
Eine Spende von 2080 Euro übergab die Fotografin Meike Dietz (2.v.r. ) soeben in unserer Kletterhalle an den Sektionsvorsitzenden Klaus Ehgart sowie die Leiterinnen des Inklusiven Klettertreffs, Julia Abel (l.) und Carolin Apfel. Es handelt sich um den Erlös einer Hilfsaktion (#offenetuer) der Licherin im Corona-Frühjahr 2020. Sie hatte damals in ihrer Heimatstadt und in der Gießener Innenstadt den Inhabern und Geschäftsführern angeboten, sie kostenlos vor ihren Läden zu fotografieren. Diese professionellen Bilder der selbstständigen Fotografin konnten die Geschäftsleute später dazu nutzen, in den Social Media-Kanälen auf die Wiederöffnung ihrer Läden aufmerksam zu machen. Für diese Unterstützung bedankten sich viele Fotografierte und insbesondere das BID Seltersweg mit Spenden für die Grashüpfer Stiftung, die Kinder und Jugendliche fördert. Von dort wurde die zweckgebundene Spende nun für den Alpenverein freigegeben. Der Inklusive Klettertreff will das Geld, den Erlös des Kletterzubehör-Flohmarktes (800 Euro) beim Sommerfest und weitere aktuelle Spenden vor allem zum Erwerb neuer Griffsets und von Komplettgurten verwenden.
|
5000 Höhenmeter auf und ab
mit dem Dahner Felsenland-Sagenweg
Bei traumhaft schönem Herbstsommerweg machten sich 19 Sektionsmitglieder mit Wanderleiter Werner Müller auf, den Dahner Felsenland Sagenweg zu erkunden. Dieser Premium-Wanderweg in der Südpfalz nahe der französischen Grenze lässt kein Wanderherz ungerührt. Gut 86 Kilometer legten die Wanderfreundinnen und Wanderfreunde an fünf Tagen zurück und schafften rund 5000 Höhenmeter im Auf und Ab. Natürlich brachte das so manche Pause mit sich. Das war aber auch gut so, denn es gab nahezu an jeder Ecke Neues zu bestaunen. Ob natürliche Felsformationen, die sich abenteuerlich in die Höhe winden und übereinander türmen und mit ihrem charakteristischen Sandsteinton besonders an den Sonnentagen intensiv leuchteten, oder die vielen Burgen in diesem Grenzgebiet. Neudahn, Burgengruppe Alt-Dahn, Grafendahn und Tanstein, Drachenfels, Berwartstein (besonders sehenswert), Wegelnburg (die höchstgelegene Burgruine der Pfalz), Hohenbourg und Löwenstein sowie Fleckenstein in Frankreich bis hin zu den Ruinen Blumenstein und Wasigenstein: ein Bauwerk begeisterte mehr als das vorige und die Leistungen der Bauherren zur damaligen Zeit kann man nur bewundern. Untergebracht war die Wandergruppe im Hotel-Restaurant Rösselsquelle in Ludwigswinkel, eine Lokalität, die uneingeschränkt empfehlenswert ist.
|
|