Acht Mitglieder der Sektion waren im August auf einer fünften Etappe ihres Wanderprojekts „Deutschland der Länge nach“ inzwischen in Thüringen angelangt und zwar von Heilbad Heiligenstadt nach Creuzburg auf 104 Kilometern unterwegs. Mit Abschluss dieser Etappe hat die Gruppe inzwischen 788 km vom nördlichsten bis zum südlichsten Punkt Deutschlands erwandert.
Das Wetter während dieser knappen Wanderwoche war durchgehend sehr sonnig, trocken und mit Temperaturen stets über 30 Grad sehr warm, was die Aufstiege von gesamt rund 2500 Höhenmetern etwas anspruchsvoll machte. Aber das landschaftlich so schöne, durchquerte thüringische Eichsfeld ließ viele vergossene Schweißtropfen stets wieder rasch vergessen.
Eingebettet zwischen Leine und Werra bietet das Eichsfeld herrliche Landschaften mit vielen Erhebungen, damit aber auch faszinierenden Ausblicken. Deutschlands Mittelpunkt auf dem Warteberg im Stadtteil Flinsberg von Heilbad Heiligenstadt wurde freilich nicht ausgelassen.
Der Naturparkweg Leine-Werra erwies sich als gut ausgeschildert, so dass ein Verlaufen kaum möglich war. Der Weg verlief oft auf schmalen Pfaden, allerdings mit reichlich, teils anspruchsvollen Auf- und Abstiegen.
Auch bei dieser Etappe hatte wieder jede/r Teilnehmer/in zur Aufgabe, eine Tageswanderung vorzubereiten und unter der Gesamtleitung des Wanderleiters zu führen. Dieses bereits bewährte Konzept führte dazu, dass jede Tagestour mit großem Eifer vorbereitet war und viele Informationen zu Land, Leute und Geschichte vermittelt wurden.
Untergebracht war die Gruppe bestens im Landgasthof „Am Westerwald“ in Martinfeld, wo sie im Rahmen einer Halbpension köstlich bewirtet wurde. Aufgrund des durchweg schönen Wetters konnte jeden Abend im hauseigenen Biergarten gespeist und gesessen werden. Die täglichen Transfers zum Ausgangspunkt der Tagesetappe und wieder zurück zum Hotel klappten bestens.
Wie bei jeder der bisherigen Etappen fand sich ein Wortspiel, das die Gruppe stets begleitete. Diesmal war es der Ausruf: „Loff-loff“, was beutet: „Lauf, lauf“. Hintergrund war die Erzählung einer Teilnehmerin bei Querung des kleinen Ortes Großbartloff: Beim Bau der Siedlung war ein Bauleiter namens Großbart tätig. Als einem Maurer ein Stein herunterfiel und den Bauleiter zu treffen drohte, rief der Maurer laut „Großbart, loff, loff,“ also lauf rasch weg.
Verschiedene Klöster, Kirchen, Kapellen, Wallfahrtsorte, große Kreuze, Hütten und Burgen wurden unterwegs besichtigt und besucht, an einer Stadtführung in Heilbad Heiligenstadt teilgenommen, zwei Kreuzwege beschritten, Wasserfälle bestaunt, das Mahnmal Grenzturm unter fachkundiger Führung und Erläuterung besichtigt, das sog. „Grüne Band“ und die ehemalige innerdeutsche Grenze einschließlich der sog. Kolonnenwege be- und überschritten, in den Werraauen gewandert u.v.a.m.
Die sechste Etappe des Weitwanderwegs wird die Wandergruppe im Oktober 2026 in die Rhön führen („Hochrhöner/Kuppenrhön“). Bis dahin sollen aber noch zwei kleine Teilstrecken von je ca. 40 km, die aus logistischen Gründen bislang ausgelassen wurden, an zwei Wochenenden im Frühjahr 2026 nachgeholt werden.
Uli Schlör
