Mit sieben Frauen von Hütte zu Hütte auf dem Lasörling-Höhenweg

Im letzten Herbst ging es für mich und sieben tolle Frauen nach Osttirol, um gemeinsam auf dem
Lasörling-Höhenweg zu wandern. Glücklicherweise öffnete sich nach einer regnerischen Anreise
ein sonniges Himmelsfenster, das die gesamte Woche anhielt.
Aber von vorne: Am Montag reisten wir gemeinsam von Gießen in die Nähe unseres Startpunkts.
Am nächsten Tag ging es weiter nach Virgen. Hier parkten wir unsere Autos und stiegen in das
Hüttentaxi, das uns in nur 30 Minuten rund 1000 Höhenmeter zum Start unserer Tour hinauf brachte, zur
Wetterkreuzhütte,
Oben angekommen, gab es die ersten Wow!-Momente – immerhin befanden wir uns ganz
plötzlich auf 2100 Metern, also oberhalb der Baumgrenze, mit Blick auf Großvenediger,
Großglockner und die gesamte Bergwelt des Nationalparks Hohe Tauern. Nach ein paar Fotos und
mit glücklichen Gesichtern stapften wir zur Mittagszeit los. Schon bald lag der erste
schweißtreibende Gipfel, das Legerle, hinter uns und umso glücklicher waren wir, dass uns nach
einem kurzen Abstieg die Zupalseehütte mit kühlen Getränken sowie Kuchen versorgte.

Weiter ging es dann immer mit Blick Richtung Großvenediger zur Lasörlinghütte, unserem ersten Quartier.
Dort angekommen stellten wir fest, dass die Wasserversorgung der Hütte zusammengebrochen
war – etwas versperrte den Bach, der die Hütte mit frischem Wasser versorgt. In diesem Moment
wurde uns einmal mehr bewusst, welch Luxus es ist, auf über 2000 Metern überhaupt eine Toilette
und Dusche nutzen zu können – immer auch mit der Frage im Hinterkopf, wie lange das überhaupt
noch so funktioniert.
Am nächsten Morgen sollte es weiter über Blockgelände hoch zur Säule auf 2850 Metern gehen,
einem Nebengipfel des Lasörlings. Dieser lag allerdings so sehr in den Wolken, dass wir uns
stattdessen für eine kleine Rast an dem darunterliegenden Plateau entschieden und auf den Gipfel
verzichteten. Von hier konnten wir bis zu den Dolomiten im Süden blicken, in Richtung
Großvenediger und natürlich ins Virgental. Nach einer kleinen Stärkung ging es sehr anspruchsvoll
hinab zur Bergerseehütte, gelegen – wie sollte es auch anders sein – an einem wunderschönen
Bergsee. Auch hier kehrten wir ein und erholten uns vom langen Abstieg.

Anschließend ging es frisch gestärkt über den Muhs-Panoramaweg (der Name war natürlich Programm und das Panorama erste Sahne) unterhalb des Muhsköpfle zur Lasnitzenalm, unserer Unterkunft für die
zweite Nacht. Die Alm wird von einer total netten Familie betrieben; es gibt superleckeres Essen
und alles fühlt sich so gemütlich an – ein bisschen wie nach Hause kommen. Wir verbrachten also
einen entspannten Nachmittag sowie Abend auf der Hütte und schliefen schlussendlich friedlich in
unseren Mehrbettzimmern zum Rauschen des Baches ein.
Tag drei brachte lange Anstiege, tolle Ausblicke und ein absolutes Highlight mit sich. Von unserem
höchsten Punkt der Tour, der Gösleswand auf 2912 Metern, hatten wir einen fantastischen 360°-
Rundblick auf die umliegende Bergwelt – und das bei strahlendem Sonnenschein und blauem
Himmel. Unser Glück komplett machte ein wunderschönes Edelweiß, das ich persönlich bis dahin
trotz vieler Bergtouren noch nie in echt gesehen hatte. Weiter ging es dann zum Bödensee an der
Neuen Reichenberger Hütte – hier sprangen noch einige Damen ins kühle Nass, bevor wir erneut
einen wunderbaren Abend verbachten. Inklusive traumhaftem Sonnenuntergang und Aperol in
bester Gesellschaft.
Am vierten Tag ging es wiederum durch wunderbare Landschaft hinunter zur Clarahütte. Die Etappe
war nicht besonders lang, aber wunderschön: große grüne Wiesen, steinige Felsen, strahlend
blauer Himmel. Doch je weiter wir abstiegen, desto wärmer wurde es. Angekommen an der Hütte,
entschieden wir uns also für einen entspannten Tag. Eigentlich war geplant, noch zum Umbalkees
Gletscher zu laufen, doch aufgrund der starken Schmelze rückt dieser immer weiter von der Hütte
weg – der Weg dorthin also ziemlich lang. Alternativ badeten die einen im Gletscherfluss, der direkt an der Hütte vorbeifließt, andere hatten noch nicht genug vom Laufen und gingen spazieren – jede so,
wie sie es mochte und brauchte.
Und dann war auch schon der letzte Tag gekommen. Nach einem leckeren Frühstück liefen wir
entlang der imposanten Umbaltal Wasserfälle ins Tal und fuhren mit dem Bus zum Ausgangspunkt
unserer Tour zurück. Weiter ging es dann mit unseren Autos nach Matrei in Osttirol, wo wir unsere
letzte Nacht in einem Hotel schliefen. Den Mittag verbrachten wir bei heißen Temperaturen im
Schatten eines Cafés im Ort und besuchten das moderne Nationalparkhaus. Am Abend ließen wir
dann auf der Hotelterrasse bei leckerem Essen und mit Blick auf die Berge unsere Tour
ausklingen.
Rundum genossen wir eine wunderbare Woche, über deren Verlauf ich nicht glücklicher sein
könnte. Danke an meine tollen Teilnehmerinnen für ihr Vertrauen – auf viele weitere Touren.
Eure Klara

 

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